„Rüm Hart – klaar Kimming" ist Nordfriesisch und bedeutet „Weites Herz – klarer Horizont". Es ist der Wahlspruch der Nordfriesen – geprägt von Inselkapitänen, die damit Weltoffenheit, Großherzigkeit und einen klaren Blick nach vorn ausdrückten. Unser Markenname RYMHART leitet sich davon ab. Hier erzählen wir die Geschichte dahinter.
- „Rüm Hart – klaar Kimming" ist Friesisch und bedeutet: weites Herz, klarer Horizont
- Der Wahlspruch der Nordfriesen – seit über 180 Jahren Symbol für Freiheit und Weitsicht
- Erstmals aufgeschrieben 1839 als „alter nordfriesischer Wahl- und Trinkspruch"
- Heute auf dem Wappen der Stadt Westerland, auf Booten und an Schulen – tief in der norddeutschen Identität verankert
- RYMHART leitet sich direkt davon ab – unser Name ist Programm
Klaar Kimming: Der weite, klare Horizont über der Nordsee – das Bild, aus dem der friesische Wahlspruch entstand.
Die Übersetzung: Wort für Wort
Der vollständige Spruch lautet „Rüm Hart – klaar Kimming" (auch: „Rum hart – klar kiming"). Er stammt aus dem Nordfriesischen, einer westgermanischen Sprache, die auf den nordfriesischen Inseln und an der Küste Schleswig-Holsteins gesprochen wird.
Wörtlich also: „Weites Herz, klarer Horizont."
Im übertragenen Sinn steht der Spruch für etwas Größeres: ein großherziges, tolerantes Wesen und eine klare, vorurteilsfreie Weltsicht. Der Sylter Chronist Christian Peter Hansen (1803–1879) übersetzte es als „ein weites, menschenfreundliches Herz und eine ausgedehnte, vorurteilsfreie Weltsicht".
„Kimming" (oder „Kiming") ist ein Wort aus der Seemannssprache. Es bezeichnet den Horizont auf See – die Linie, an der Wasser und Himmel sich treffen. In der Schiffbaukunst ist die „Kimm" auch der Übergang zwischen dem Boden und der Seitenwand eines Schiffes. Das Wort kam im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts über das Niederländische in den norddeutschen Sprachraum (Nordfrieslandlexikon).
Woher der Spruch stammt
Der Ursprung liegt bei den inselfriesischen Seefahrern und Kapitänen – den Walfängern und Handelsschiffern von Sylt und Föhr, die im 17. bis 19. Jahrhundert die Weltmeere befuhren. Der genaue Urheber ist nicht bekannt. Es war ein Wahl- und Trinkspruch, mit dem die Kapitäne ihre Weltoffenheit und ihr Selbstbewusstsein ausdrückten: Wir haben ein weites Herz für andere Kulturen, und wir behalten den Horizont im Blick.
Die früheste schriftliche Erwähnung ist auf das Jahr 1839 datiert – der Spruch wurde als „alter nordfriesischer Wahl- und Trinkspruch" festgehalten (Wikipedia). Seitdem ist er fester Bestandteil der friesischen Identität.
Die friesischen Kapitäne von Sylt und Föhr prägten den Spruch als Ausdruck ihrer Weltoffenheit.
Um 1700 waren auf Föhr über 1.600 der 6.000 Einwohner im Walfang tätig – als begehrte Harpuniere, Steuerleute und Kommandeure auf niederländischen und hamburgischen Schiffen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam ein Drittel aller hamburgischen Walfangkommandeure von der Insel. Die Weltläufigkeit, die aus „Rüm Hart – klaar Kimming" spricht, war keine Poesie – sie war Alltag.
Die Geschichte des Wahlspruchs
Uwe Jens Lornsen und der Freiheitskampf
Besonders bekannt wurde der Spruch durch den Sylter Chronisten Christian Peter Hansen, der ihn dem Juristen Uwe Jens Lornsen (1793–1838) zuschrieb. Lornsen, geboren auf Sylt, gilt als Wegbereiter der schleswig-holsteinischen Bewegung gegen die dänische Herrschaft – seine Schrift von 1830 inspirierte die Erhebung, die zehn Jahre nach seinem Tod begann. Hansen schrieb, Lornsen habe „rüm Hart, klar Kimming" gehabt – ein weites, menschenfreundliches Herz und eine vorurteilsfreie Weltsicht.
In der Zeit der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (1848–1851) wurde der Spruch zum Ausdruck friesischen Freiheitswillens. Er stand neben dem kämpferischeren „Leewer duad üüs slaaw" (Lieber tot als Sklave) – dem anderen großen friesischen Wahlspruch, der heute auf dem Wappen des Kreises Nordfriesland steht.
Friedrich Engels fragt Karl Marx
„Was heisst: Rüm Hart, klar Kimmang?"
— Friedrich Engels an Karl Marx, 2. November 1864, nach einer Reise durch das Herzogtum Schleswig (Wikipedia)
Selbst Friedrich Engels war beeindruckt vom Selbstbewusstsein der Friesen an der Westküste – so sehr, dass er Marx brieflich nach der Bedeutung des Spruchs fragte. Diese Anekdote zeigt, wie tief „Rüm Hart – klaar Kimming" bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in der friesischen Kultur verankert war.
Vom Trinkspruch zum Wappen
Der Spruch fand seinen Weg auf ein offizielles Wappen: Als Westerland 1905 Stadtrechte erhielt und 1907 ein Wappen zuerkannt bekam, wurde „Rüm Hart – klaar Kimming" als Bannerspruch aufgenommen. Das Wappen der Stadt Westerland auf Sylt zeigt einen Hering – abgeleitet von Landschaftssiegeln des 16. Jahrhunderts – mit dem Spruch als Inschrift.
In den 1920er- und 1930er-Jahren trug auch ein Mitteilungsblatt des Nordfriesischen Vereins den Namen „Rum Hart, klaar Kiming". Der friesische Dichter Jürgen Martens (1852–1931) verfasste ein Lied gleichen Namens, dessen Schlussvers traditionell bei Beerdigungen auf Föhr gesungen wurde.
Wo der Spruch heute lebt
„Rüm Hart – klaar Kimming" ist kein Museumsstück. Der Spruch ist in Nordfriesland und darüber hinaus lebendig:
- Wappen der Stadt Westerland – Der Spruch ist seit 1907 offizieller Bannerspruch auf dem Wappen.
- Bootsnamen – „Rüm Hart" ist einer der beliebtesten Bootsnamen an der deutschen Nordseeküste.
- Schulen – Auf Föhr trägt eine Grundschule den Namen „Rum-Hart-Schule".
- Gastronomie und Tourismus – Pensionen, Ferienwohnungen und Restaurants in ganz Nordfriesland tragen den Spruch im Namen.
- Kunst und Musik – Vom Lied des Dichters Jürgen Martens bis zu zeitgenössischen Ausstellungen auf Sylt.
- Und ein Markenname – RYMHART, eine Strickerei in Stade an der Elbe.
Das Wappen der Stadt Westerland auf Sylt mit dem Wahlspruch „Rüm Hart – klaar Kimming" – seit 1907 offiziell.
Von Rüm Hart zu RYMHART: Unser Markenname
Unser Markenname leitet sich direkt von „Rüm Hart" ab. Nicht als historische Referenz, sondern als innerer Kompass.
Die Strickerei Karl Siegel wurde 1948 gegründet – in einer kleinen Baracke auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Stade. Jahrzehntelang war sie ein etablierter Lohnfertiger. Um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen, entwickelte Karl-Frank Siegel eine eigene Marke: hochwertige Wollpullover und Troyer, direkt produziert und verkauft – ohne Umwege über den Großhandel. Die Marke brauchte einen Namen, der ausdrückt, wofür sie steht.
„Mit dem Mut – und der Sturheit – friesischer Kapitäne sind wir in See gestochen", heißt es auf unserer Werte-Seite. „Rüm Hart – klaar Kimming" ist für uns keine Folklore. Es beschreibt die Haltung, mit der wir arbeiten: offen und großzügig im Umgang (weites Herz), klar und kompromisslos in der Sache (klarer Horizont). Das bedeutet: ehrliche Materialien, transparente Herstellung, keine Mogelpackungen. Und der Mut, Dinge anders zu machen, als die Branche es vorgibt.
Konkret heißt das: Wir stricken in unserer Manufaktur in Stade mit reiner Wolle – Schurwolle aus Südamerika und Merinowolle aus Neuseeland, gesponnen und gefärbt in Italien, ohne Superwash, ohne Kunststoff. Wir bieten einen Reparaturservice und eine Inzahlungnahme, weil wir glauben, dass gute Kleidung nicht weggeworfen werden sollte. Und wir haben keine Bonusprogramme und keine künstliche Verknappung – weil ein klarer Horizont auch bedeutet, ehrlich zu kalkulieren.
RYMHART. Gestrickt, um zu bleiben.
Zusammengefasst
„Rüm Hart – klaar Kimming" ist der Wahlspruch der Nordfriesen, geprägt von den Seefahrern und Kapitänen der nordfriesischen Inseln. Er bedeutet „Weites Herz – klarer Horizont" und steht für Weltoffenheit, Toleranz und einen klaren Blick. Erstmals 1839 dokumentiert, ziert er seit 1907 das Wappen der Stadt Westerland auf Sylt und ist bis heute lebendiger Teil der friesischen Identität. Unser Markenname RYMHART leitet sich davon ab – als Ausdruck der Haltung, mit der wir arbeiten.
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Was bedeutet „Rüm Hart – klaar Kimming"?
Der nordfriesische Wahlspruch bedeutet „Weites Herz – klarer Horizont". Im übertragenen Sinn steht er für Großherzigkeit, Toleranz und eine klare, vorurteilsfreie Weltsicht. Er wurde von den Seefahrern und Kapitänen der nordfriesischen Inseln geprägt.
Woher kommt der Spruch „Rüm Hart"?
Der Spruch stammt von den inselfriesischen Kapitänen – den Walfängern und Handelsschiffern von Sylt und Föhr. Die älteste schriftliche Erwähnung ist auf das Jahr 1839 datiert, als er als „alter nordfriesischer Wahl- und Trinkspruch" festgehalten wurde.
Welche Sprache ist „Rüm Hart – klaar Kimming"?
Es ist Nordfriesisch – eine westgermanische Sprache, die auf den nordfriesischen Inseln (Sylt, Föhr, Amrum) und an der Küste Schleswig-Holsteins gesprochen wird. Sie ist eng verwandt mit dem Englischen und Niederländischen und wird heute nur noch von wenigen Tausend Menschen gesprochen.
Was hat RYMHART mit „Rüm Hart" zu tun?
Der Markenname RYMHART leitet sich direkt vom nordfriesischen Wahlspruch „Rüm Hart" ab. Die Strickmanufaktur Karl Siegel in Stade an der Elbe wählte den Namen als Ausdruck ihrer Haltung: offen und großzügig im Umgang, klar und kompromisslos bei Material und Verarbeitung.
Steht „Rüm Hart" auf dem Sylter Wappen?
Ja. Seit 1907 ist „Rüm Hart – klaar Kimming" als Bannerspruch auf dem Wappen der Stadt Westerland auf Sylt verzeichnet. Das Wappen zeigt einen Hering, abgeleitet von historischen Landschaftssiegeln des 16. Jahrhunderts.
Was ist der Unterschied zwischen „Rüm Hart" und „Leewer duad üüs slaaw"?
Beides sind friesische Wahlsprüche, aber mit unterschiedlichem Charakter. „Rüm Hart – klaar Kimming" (Weites Herz, klarer Horizont) steht für Weltoffenheit und Toleranz. „Leewer duad üüs slaaw" (Lieber tot als Sklave) steht für Freiheitswillen und Widerstand. Letzterer ist der offizielle Spruch auf dem Wappen des Kreises Nordfriesland.
Quellenangaben
Wikipedia: Rüm hart – klaar kiming – Herkunft, Geschichte und Überlieferung des nordfriesischen Wahlspruchs.
Wikipedia: Christian Peter Hansen – Sylter Chronist und Lehrer (1803–1879).
Wikipedia: Uwe Jens Lornsen – Jurist und Freiheitskämpfer (1793–1838).
Wikipedia: Kreis Nordfriesland – Wappen und Wahlspruch „Leewer duad üüs slaaw".
Wikipedia: Nordfriesische Sprache – westgermanische Sprache der nordfriesischen Inseln und Küste.
Nordfrieslandlexikon: Rüm Hart – klaar Kiming – Eintrag zur Herkunft des Wortes „Kimming" und zur Geschichte des Spruchs.
Nordfrieslandlexikon: Walfang – Zur Bedeutung des Walfangs auf den nordfriesischen Inseln.



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