Du hast Motten in der Wohnung entdeckt und suchst nach einer wirksamen Lösung ohne Chemie? Dann sind Schlupfwespen genau das Richtige. Die winzigen Nützlinge gelten als effektivste biologische Methode gegen Lebensmittelmotten und Kleidermotten – und sind dabei für Mensch und Haustier vollkommen harmlos.
- Schlupfwespen (Trichogramma evanescens) sind nur 0,3–0,4 mm große Eiparasiten, die Motteneier aufspüren und parasitieren
- Sie sind 100 % biologisch, chemiefrei und für Menschen, Kinder und Haustiere völlig unbedenklich
- Sie wirken gegen Lebensmittelmotten (9 Wochen Behandlung) und Kleidermotten (12–18 Wochen Behandlung)
- Die Anwendung ist einfach: Kärtchen in den betroffenen Schrank legen – den Rest erledigen die Nützlinge
- Wenn keine Motten mehr da sind, sterben die Schlupfwespen und zerfallen rückstandsfrei zu Staub
- Kosten: Eine komplette Behandlung liegt je nach Befallsstärke zwischen 30 und 100 Euro
Inhaltsverzeichnis +
- Was sind Schlupfwespen?
- Wie funktionieren Schlupfwespen gegen Motten?
- Was fressen Schlupfwespen?
- Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten
- Schlupfwespen gegen Kleidermotten
- Der Unterschied in der Anwendung
- Was kosten Schlupfwespen?
- Was passiert, wenn keine Motten mehr da sind?
- Tipps für den optimalen Einsatz
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen
Was sind Schlupfwespen?
Schlupfwespen der Art Trichogramma evanescens – mit 0,3–0,4 mm kaum größer als ein Staubkorn
Schlupfwespen – genauer: die Art Trichogramma evanescens – sind winzige Insekten aus der Familie der Erzwespen (Chalcidoidea). Mit einer Körpergröße von nur 0,3 bis 0,4 Millimetern sind sie kleiner als ein Staubkorn und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Trotz ihres Namens haben sie mit der schwarz-gelben Wespe, die im Sommer am Kuchentisch sitzt, absolut nichts zu tun.
Trichogramma evanescens gehört zu den sogenannten Eiparasitoiden. Das bedeutet: Sie legen ihre eigenen Eier in die Eier anderer Insekten – in diesem Fall in Motteneier. Die Schlupfwespe nutzt den Mottenembryo als Nahrungsquelle für ihren Nachwuchs. Statt einer schädlichen Mottenlarve schlüpft nach etwa 8 bis 10 Tagen eine neue Schlupfwespe aus dem parasitierten Ei.
Die Geschichte dieser biologischen Schädlingsbekämpfung reicht weit zurück: Bereits in den 1920er-Jahren wurden Trichogramma-Arten erstmals gezielt zur Bekämpfung von Schädlingen in der Landwirtschaft gezüchtet. Heute werden weltweit verschiedene Trichogramma-Arten in Milliardenstückzahlen produziert – von den Maisfeldern Frankreichs bis in deutsche Küchenschränke.
Anatomie und Merkmale
Die winzigen Schlupfwespen haben breite, kurz gerundete Vorderflügel und schmale, gefranste Hinterflügel. Durch das Fehlen der typischen Wespentaille ähneln sie eher einer winzigen Fliege. Die Färbung variiert zwischen hellbraun und braunschwarz, und die auffällig roten Facettenaugen sind selbst bei starker Vergrößerung gut zu erkennen. Trotz vorhandener Flügel bewegen sich Trichogramma-Schlupfwespen fast ausschließlich krabbelnd fort. Das Weibchen besitzt einen feinen Legebohrer (Ovipositor), der genauso lang ist wie der gesamte Körper – mit diesem winzigen Instrument durchbohrt es die Eierschale der Motte und platziert sein eigenes Ei darin.
Schlupfwespen können nicht stechen. Der Legebohrer des Weibchens ist ausschließlich für die Eiablage bestimmt und viel zu fein, um menschliche Haut zu durchdringen. Die Tiere sind für Menschen, Kinder, Hunde, Katzen und alle anderen Haustiere vollkommen ungefährlich.
Wie funktionieren Schlupfwespen gegen Motten?
Das Prinzip der biologischen Mottenbekämpfung mit Schlupfwespen basiert auf einem natürlichen Kreislauf, der den Fortpflanzungszyklus der Motten gezielt unterbricht:
Der Kreislauf der biologischen Mottenbekämpfung: Schlupfwespe parasitiert Mottenei → neue Schlupfwespe statt Mottenlarve
Mottenweibchen legen Eier
Ein Mottenweibchen legt je nach Art 100 bis 300 Eier an Lebensmitteln oder Textilien ab – oft versteckt in Ritzen, Falten oder Verpackungen.
Schlupfwespen spüren Motteneier auf
Die Schlupfwespen nutzen ihre hoch empfindlichen Antennen mit Chemo- und Mechanorezeptoren, um Motteneier im Umkreis von ca. 50 cm bis 1 m aufzuspüren. Sie orientieren sich dabei an Pheromonsignalen und den Duftspuren verlorener Mottenschuppen.
Parasitierung der Motteneier
Hat die Schlupfwespe ein Mottenei gefunden, prüft sie zunächst durch „Beklopfen" mit den Fühlern, ob es geeignet und noch nicht besetzt ist. Dann durchbohrt sie die Eierschale mit ihrem Legebohrer und legt ein eigenes Ei darin ab. Pro Weibchen werden etwa 70 bis 120 Motteneier parasitiert.
Neue Schlupfwespe statt Mottenlarve
Im parasitierten Ei ernährt sich die Schlupfwespenlarve vom Inhalt des Motteneis. Das Ei färbt sich dabei schwarz – ein sichtbares Zeichen der Parasitierung. Nach 8 bis 10 Tagen (bei 22–25 °C) schlüpft eine neue Schlupfwespe statt einer Mottenlarve.
Der Kreislauf wiederholt sich
Die frisch geschlüpfte Schlupfwespe paart sich und beginnt sofort mit der Suche nach weiteren Motteneiern. So lange Motteneier vorhanden sind, bleibt dieser Kreislauf bestehen – und die Mottenpopulation bricht Stück für Stück zusammen.
Als Manufaktur für naturbelassene Wollkleidung kennen wir die Sorge vor Kleidermotten nur zu gut. Schlupfwespen sind die einzige Methode, die das Problem an der Wurzel packt: direkt am Ei, bevor eine Larve überhaupt schlüpfen und Schaden anrichten kann. In Kombination mit der richtigen Pflege und Lagerung Deiner Wollkleidung ist das die wirksamste Strategie.
Was fressen Schlupfwespen?
Die Frage „Was fressen Schlupfwespen?" lässt sich klar beantworten: Schlupfwespen fressen im engeren Sinne gar nichts. Sie sind keine klassischen Räuber wie Spinnen oder Marienkäfer. Stattdessen sind sie Parasitoide – sie nutzen die Eier anderer Insekten zur Fortpflanzung.
Im Detail sieht das so aus: Die Schlupfwespenlarve ernährt sich ausschließlich vom Inhalt des Motteneis, in dem sie sich entwickelt. Sie verbraucht den Embryo vollständig, durchläuft drei Larvenstadien und verpuppt sich anschließend im gleichen Ei. Die erwachsene Schlupfwespe selbst lebt nur wenige Tage und benötigt in dieser kurzen Zeit keine aktive Nahrungsaufnahme im klassischen Sinne. In der Natur können erwachsene Trichogramma-Weibchen von winzigen Mengen Blütennektar oder Honigtau profitieren, was ihre Lebensdauer und Fruchtbarkeit steigert – im Haushalt spielt das aber keine Rolle.
Wichtig für Dich: Schlupfwespen haben keinerlei Interesse an Deinen Lebensmitteln, Deiner Kleidung oder an Dir selbst. Sie suchen ausschließlich Motteneier – nichts anderes.
Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten – so funktioniert die Anwendung
Lebensmittelmotten – allen voran die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) und die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) – sind in deutschen Küchen weit verbreitet. Sie gelangen meist über bereits befallene Lebensmittel aus dem Supermarkt ins Haus. Die Larven fressen sich durch Mehl, Müsli, Nüsse, Reis, Trockenobst, Gewürze, Schokolade und sogar Tierfutter. Ihr Fraß, die Gespinste und Kotrückstände machen die befallenen Lebensmittel ungenießbar.
Lebensmittelmotten und Kleidermotten sind zwei völlig verschiedene Schädlinge – und die richtige Identifikation entscheidet über die passende Bekämpfungsstrategie. In unserem Ratgeber erfährst Du, wie Du die beiden Mottenarten am Aussehen sicher unterscheidest.
Die Behandlung in 3 Schritten
Befallene Vorräte entsorgen und Schränke reinigen
Entsorge alle sichtbar befallenen Lebensmittel. Kontrolliere auch geschlossene Verpackungen – die Larven können sich durch dünne Plastikfolie und Papier beißen. Reinige Schränke, Ritzen und Schubladenecken gründlich mit Essigwasser. Lagere neue Vorräte idealerweise in Glas- oder Keramikbehältern mit Schraubverschluss.
Schlupfwespenkärtchen auslegen
Lege pro Regalfach, Schublade oder Schrankabteilung ein Kärtchen direkt neben die Lebensmittel. Die Kärtchen nicht öffnen oder quetschen – die Schlupfwespen krabbeln selbstständig seitlich heraus. Pro Kärtchen befinden sich ca. 2.000 bis 3.000 Schlupfwespen in verschiedenen Entwicklungsstadien, damit sie über mehrere Wochen hinweg nach und nach schlüpfen.
Insgesamt 3 Lieferungen über 9 Wochen
Alle 3 Wochen solltest Du die alten Kärtchen gegen Neue austauschen. Dieser 9-Wochen-Zeitraum ist wichtig, weil die Schlupfwespen nur die Eier bekämpfen – bereits vorhandene Larven und Puppen müssen erst zum Falter werden und neue Eier legen, bevor die Schlupfwespen sie erwischen können. Drei Durchgänge decken den gesamten Entwicklungszyklus der Lebensmittelmotte ab.
Stelle parallel Pheromonfallen (Klebefallen) auf – aber nicht direkt neben den Schlupfwespenkärtchen, damit die Nützlinge nicht daran kleben bleiben. Die Fallen fangen erwachsene männliche Motten und zeigen Dir, ob der Befall zurückgeht. Sobald keine Motten mehr in die Falle gehen, ist die Behandlung erfolgreich.
Ergänzung: Brackwespen gegen Mottenlarven
Bei besonders hartnäckigem Befall oder wenn der Befallsherd schwer zu lokalisieren ist, gibt es eine sinnvolle Ergänzung: die Brackwespe Habrobracon hebetor, auch Mehlmottenschlupfwespe genannt. Im Gegensatz zu Trichogramma parasitiert diese 2 bis 4 mm große Wespe nicht die Eier, sondern die Larven der Lebensmittelmotten. Sie spürt die Raupen über ihren Geruchssinn auf, lähmt sie und legt Eier an ihnen ab. Der große Vorteil: Brackwespen können fliegen, haben einen Aktionsradius von etwa 20 m² und arbeiten bereits ab 16 °C – ideal für kühlere Vorratsräume. Die Kombination aus Trichogramma (gegen Eier) und Habrobracon (gegen Larven) gilt als die gründlichste biologische Bekämpfungsstrategie.
Schlupfwespen gegen Kleidermotten – Schutz für Deine Wollkleidung
Schlupfwespen gegen Kleidermotten – so schützt Du Wolle, Kaschmir und Seide im Kleiderschrank
Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist für jeden Besitzer hochwertiger Wollkleidung ein Albtraum. Ihre Larven ernähren sich von Keratin – dem Protein in tierischen Fasern wie Wolle, Kaschmir, Seide, Pelz und Federn. Sie fressen unregelmäßige Löcher in Textilien und können ganze Kleidungsstücke ruinieren. Ein einzelnes Weibchen legt 100 bis 300 Eier – bevorzugt an dunklen, ungestörten Stellen wie tiefen Schrankfächern, Falten in Wollpullovern oder unter Möbeln auf Wollteppichen.
Die gute Nachricht: Trichogramma evanescens wirkt auch gegen Kleidermotten – und zwar genauso zuverlässig wie gegen Lebensmittelmotten. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied in der Anwendung.
Die Behandlung in 3 Schritten
Betroffene Textilien behandeln und Schränke reinigen
Bereits befallene Kleidungsstücke solltest Du isolieren. Bei Wolle und empfindlichen Fasern eignet sich die Gefriermethode: Packe die Textilien luftdicht in einen Beutel und lagere sie mindestens eine Woche bei -18 °C im Tiefkühler. Das tötet alle Stadien – Eier, Larven und Puppen – ab, ohne die Wolle zu beschädigen. Reinige den Kleiderschrank gründlich, besonders Ecken, Ritzen und Fugen.
Schlupfwespenkärtchen im Kleiderschrank platzieren
Lege pro Schrankfach oder Schublade (bis ca. 1 m²) ein Kärtchen direkt auf oder neben die Textilien. Bei einer Kleiderstange von 1 Meter Breite mindestens 2 Kärtchen. Bei Wollteppichen: ein Kärtchen pro 4–5 m², möglichst nah an der Befallsstelle. Die Kärtchen brauchen Kontakt zur Schrankoberfläche – die Schlupfwespen krabbeln und müssen einen Weg zu den Motteneiern finden.
Insgesamt 4–6 Lieferungen über 12–18 Wochen
Der entscheidende Unterschied zur Lebensmittelmotte: Kleidermotten haben einen deutlich längeren Entwicklungszyklus. Ihre Larven können sich je nach Bedingungen 60 Tage bis über ein Jahr entwickeln. Deshalb sind 4 bis 6 Lieferungen im 3-Wochen-Rhythmus nötig, um wirklich alle Generationen zu erwischen. Die meisten Anbieter liefern 5 Sendungen über 15 Wochen.
Wollkleidung verträgt kein heißes Waschen – bei 60 °C verfilzt und schrumpft sie unwiderruflich. Das gilt besonders für naturbelassene, unausgerüstete Wolle, wie wir sie bei RYMHART verarbeiten: Ohne chemische Behandlungen reagiert die Faser noch empfindlicher auf Hitze. Nutze stattdessen die Gefriermethode: Textilien luftdicht verpacken und mindestens eine Woche bei -18 °C einfrieren. Das tötet alle Mottenstadien ab, ohne die Wolle zu beschädigen. Danach empfehlen wir eine schonende Wäsche mit unserem Wollwaschmittel mit Lanolin. Weitere Pflegetipps findest Du in unseren Pflegehinweisen.
Natürlicher Mottenschutz aus unserer Manufaktur
Unsere RYMHART Lavendelsäckchen schützen Deine Wollkleidung auf natürliche Weise vor Kleidermotten. Das ätherische Öl der Lavendelblüten vertreibt weibliche Motten und hält Deinen Kleiderschrank mottenfrei.
Lavendelsäckchen entdeckenDer Unterschied in der Anwendung: Lebensmittelmotten vs. Kleidermotten
Obwohl es sich bei beiden Anwendungen um dieselbe Schlupfwespenart handelt – Trichogramma evanescens – unterscheidet sich die Behandlung in einigen entscheidenden Punkten:
| Merkmal | Lebensmittelmotten | Kleidermotten |
|---|---|---|
| Behandlungsdauer | 9 Wochen | 12–18 Wochen |
| Anzahl Lieferungen | 3 Lieferungen | 4–6 Lieferungen |
| Lieferrhythmus | Alle 3 Wochen | Alle 3 Wochen |
| Kärtchen pro Fach | 1 Kärtchen / Regalfach | 1 Kärtchen / Schrankfach |
| Platzierung | Neben Lebensmitteln im Schrank | Auf/neben Textilien aus tierischen Fasern |
| Vorbereitung | Befallene Vorräte entsorgen, Schränke reinigen | Betroffene Textilien einfrieren oder reinigen |
| Ergänzende Methode | Brackwespen (Habrobracon) gegen Larven | Lavendelsäckchen zur Prävention |
| Typische Kosten | 30–60 € | 50–100 € |
Warum dauert die Behandlung bei Kleidermotten so viel länger? Der Grund liegt im Lebenszyklus: Lebensmittelmotten durchlaufen ihren Entwicklungszyklus (Ei → Larve → Puppe → Falter) in etwa 6 bis 8 Wochen. Bei Kleidermotten kann allein die Larvenphase 60 Tage bis über ein Jahr betragen – abhängig von Temperatur, Nahrungsangebot und Luftfeuchtigkeit. Die Larven können bei ungünstigen Bedingungen in eine Art Ruhephase verfallen und monatelang im Gespinst ausharren. Deshalb muss die Schlupfwespenbehandlung bei Kleidermotten über einen deutlich längeren Zeitraum aufrechterhalten werden, damit wirklich jede neue Generation Motteneier parasitiert wird.
Was kosten Schlupfwespen?
Die Kosten für Schlupfwespen hängen von drei Faktoren ab: der Mottenart (Lebensmittelmotten oder Kleidermotten), der Größe des befallenen Bereichs und dem gewählten Anbieter.
Kostenübersicht
| Produkt | Umfang | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Einzelkarte | 1 Kärtchen mit 2.000–3.000 Schlupfwespen | 5–7 € |
| Lebensmittelmotten-Set (klein) | 3 × 4 Kärtchen (9 Wochen) | 30–45 € |
| Lebensmittelmotten-Set (groß) | 3 × 8 Kärtchen (9 Wochen) | 50–70 € |
| Kleidermotten-Set (Standard) | 5 × 4 Kärtchen (15 Wochen) | 50–80 € |
| Kleidermotten-Set (groß) | 5 × 8 Kärtchen (15 Wochen) | 80–110 € |
| Kombi-Set mit Brackwespen | Trichogramma + Habrobracon + Pheromonfalle | 60–100 € |
Das klingt zunächst nach mehr als eine Packung Mottenkugeln oder ein Spray – aber der Unterschied ist entscheidend: Schlupfwespen bekämpfen die Ursache (die Eier, aus denen neue Motten schlüpfen), nicht nur die Symptome (die fliegenden Falter). Chemische Sprays und Mottenkugeln wirken nur kurzfristig, belasten Deine Lebensmittel oder Textilien mit Schadstoffen und erreichen versteckte Eier und Larven in der Regel nicht. Schlupfwespen sind deshalb langfristig die günstigere und nachhaltigere Lösung.
Bestelle direkt bei spezialisierten Online-Anbietern statt bei Großmarktplätzen. Spezialhändler bieten oft mehr Schlupfwespen pro Kärtchen (3.000 statt 2.000), liefern in verschiedenen Entwicklungsstadien für gleichmäßigeres Schlüpfen und beraten Dich bei der richtigen Mengenberechnung.
Was passiert mit Schlupfwespen, wenn keine Motten mehr da sind?
Ohne Motteneier keine Fortpflanzung – Schlupfwespen verschwinden nach getaner Arbeit von selbst
Diese Frage stellen sich viele – und die Antwort ist so elegant wie das gesamte Prinzip: Schlupfwespen verschwinden von selbst, sobald keine Motten mehr vorhanden sind.
Der Grund ist einfach: Trichogramma evanescens ist zwingend auf Motteneier angewiesen, um sich fortzupflanzen. Ohne Motteneier kann kein Weibchen Nachwuchs produzieren. Die erwachsenen Schlupfwespen leben bei Zimmertemperatur nur 5 bis 10 Tage. Finden sie in dieser Zeit keine Motteneier, sterben sie – ganz natürlich, ohne Gift, ohne Rückstände.
Was passiert mit den toten Schlupfwespen? Aufgrund ihrer winzigen Größe von 0,3 mm zerfallen sie zu einer verschwindend geringen Menge Hausstaub. Zur Einordnung: 1.000 Schlupfwespen wiegen luftgetrocknet nur etwa 0,002 Gramm. Du wirst von diesem „Rest" absolut nichts bemerken – er verschwindet beim nächsten Staubwischen oder Saugen.
Es besteht also keinerlei Gefahr, dass Schlupfwespen sich in Deiner Wohnung dauerhaft ansiedeln, eine Plage werden oder auf andere Nahrungsquellen umsteigen. Sie sind hochspezialisierte Eiparasiten – ohne Motteneier gibt es für sie keine Lebensgrundlage. Dieses selbstregulierende System ist einer der größten Vorteile der biologischen Schädlingsbekämpfung gegenüber chemischen Methoden.
Tipps für den optimalen Einsatz von Schlupfwespen
Damit die Schlupfwespen ihre volle Wirkung entfalten können, solltest Du einige Punkte beachten:
Kärtchen sofort nach Erhalt auslegen
Die Schlupfwespen sind Lebendware. Lege die Kärtchen unmittelbar nach Erhalt in die betroffenen Schränke. Wenn das nicht sofort möglich ist, kannst Du sie maximal 1–2 Tage bei 8–10 °C im Kühlschrank (Türinnenseite) aufbewahren.
Optimale Temperatur sicherstellen
Schlupfwespen sind bei 15–35 °C aktiv. Optimal ist eine Raumtemperatur von 22–28 °C bei 60–70 % Luftfeuchtigkeit. Unter 15 °C verlangsamt sich ihre Entwicklung drastisch, über 35 °C überleben sie nicht.
Kärtchen nicht öffnen oder quetschen
Die Schlupfwespen schlüpfen seitlich aus den Kärtchen und krabbeln selbstständig los. Öffnest Du die Kärtchen, zerquetschst Du die Puppen. Leg die Kärtchen flach auf den Regalboden oder die Kleidung – nicht hochkant, nicht hinter den Schrank.
Während der Behandlung nicht saugen
Vermeide es, in den ersten Tagen nach dem Auslegen in der unmittelbaren Nähe der Kärtchen zu saugen – die Schlupfwespen könnten aufgesaugt werden. Pheromonfallen nicht direkt neben den Kärtchen aufstellen, sonst kleben die Nützlinge daran fest.
Alle Lieferungen durchhalten
Auch wenn Du nach 2–3 Wochen keine Motten mehr siehst: Führe die Behandlung unbedingt bis zum Ende durch. Die Motteneier und Puppen sind mit bloßem Auge unsichtbar – ein vorzeitiger Abbruch kann dazu führen, dass eine neue Generation schlüpft und der Befall von vorn beginnt.
Keine chemischen Mittel gleichzeitig verwenden
Verzichte während der Schlupfwespenbehandlung auf chemische Mottensprays, Mottenpapiere oder stark duftende ätherische Öle in direkter Nähe der Kärtchen. Diese können die Schlupfwespen abtöten oder ihre Orientierung stören. Lavendelsäckchen zur Prävention nach Abschluss der Behandlung sind hingegen eine ideale Ergänzung.
Fragen zum Mottenschutz oder zur Pflege?
Wir beraten Dich gerne persönlich – telefonisch oder schriftlich. Ob Pflegetipps, Mottenschutz oder Fragen zu unseren Produkten: Unser Team in Stade ist für Dich da.
Kontakt aufnehmenFazit: Schlupfwespen – die effektivste biologische Waffe gegen Motten
Das Fazit
Schlupfwespen der Art Trichogramma evanescens sind die effektivste, sicherste und nachhaltigste Methode zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten und Kleidermotten. Sie packen das Problem an der Wurzel, sind für Mensch und Tier vollkommen ungefährlich und verschwinden nach getaner Arbeit von selbst.
Bei Lebensmittelmotten reichen in der Regel 3 Lieferungen über 9 Wochen. Bei Kleidermotten solltest Du mit 4 bis 6 Lieferungen über 12 bis 18 Wochen rechnen, da der Entwicklungszyklus länger ist. Die Kosten liegen je nach Befallsstärke zwischen 30 und 100 Euro – eine Investition, die sich lohnt, wenn man bedenkt, was ein unbehandelter Mottenbefall an Lebensmitteln oder Wollkleidung anrichten kann.
Als Hersteller von naturbelassener Wollkleidung liegt uns der Schutz Deiner Lieblingsstücke am Herzen. Schlupfwespen gegen Kleidermotten, ergänzt durch die richtige Lagerung und natürliche Repellentien wie Lavendelsäckchen, sind die beste Strategie für ein mottenfreies Zuhause. Du hast Fragen zum Mottenschutz oder zur Pflege Deiner RYMHART-Produkte? Wir helfen Dir gerne persönlich weiter.
Häufig gestellte Fragen
Sind Schlupfwespen gefährlich für Menschen oder Haustiere?
Nein. Trichogramma-Schlupfwespen sind mit 0,3–0,4 mm so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Sie können nicht stechen, nicht fliegen und haben keinerlei Interesse an Menschen, Haustieren oder Lebensmitteln. Der Einsatz ist auch in Haushalten mit Kindern und empfindlichen Personen völlig unbedenklich.
Was passiert mit Schlupfwespen, wenn keine Motten mehr da sind?
Schlupfwespen sind zwingend auf Motteneier angewiesen. Sind keine Motteneier mehr vorhanden, können sie keinen Nachwuchs produzieren und sterben innerhalb weniger Tage. Aufgrund ihrer winzigen Größe zerfallen sie zu einer minimalen Menge Hausstaub, die beim nächsten Staubwischen verschwindet. Es besteht keinerlei Gefahr, dass sich die Schlupfwespen dauerhaft in der Wohnung ansiedeln.
Wie lange dauert die Behandlung mit Schlupfwespen?
Bei Lebensmittelmotten dauert die Behandlung etwa 9 Wochen (3 Lieferungen im 3-Wochen-Rhythmus). Bei Kleidermotten sind 12–18 Wochen nötig (4–6 Lieferungen), da der Entwicklungszyklus der Kleidermotte deutlich länger ist. Alle 3 Wochen werden die alten Kärtchen gegen frische ausgetauscht.
Was kosten Schlupfwespen gegen Motten?
Eine komplette Behandlung kostet je nach Anbieter und Befallsstärke zwischen 30 und 100 Euro. Einzelne Kärtchen beginnen bei etwa 5–7 Euro. Die Gesamtkosten hängen von der Anzahl der Schränke bzw. Regalfächer und der Behandlungsdauer ab. Spezialisierte Online-Anbieter bieten oft Komplettpakete mit automatischen Folgelieferungen an.
Kann ich Schlupfwespen vorbeugend einsetzen?
Trichogramma-Schlupfwespen sind Eiparasiten und benötigen Motteneier, um sich zu vermehren. Ohne Motteneier sterben sie nach wenigen Tagen. Ein rein vorbeugender Einsatz ist daher nicht sinnvoll. Zur Prävention eignen sich stattdessen Lavendelsäckchen, regelmäßiges Lüften des Kleiderschranks und die Lagerung von Wollkleidung in dichten Beuteln oder Boxen.
Funktionieren Schlupfwespen auch bei Teppichmotten?
Ja. Teppichmotten sind eine Befallsform der Kleidermotte, die sich auf Wollteppiche spezialisiert hat. Trichogramma evanescens wirkt auch hier zuverlässig. Die Kärtchen werden direkt auf dem betroffenen Teppich platziert – pro 4–5 m² Teppichfläche rechnet man mit einem Kärtchen. Die Behandlungsdauer entspricht der bei Kleidermotten (12–18 Wochen).
Kann ich Schlupfwespen und Lavendelsäckchen gleichzeitig verwenden?
Während der aktiven Behandlung mit Schlupfwespen solltest Du auf stark duftende Repellentien in unmittelbarer Nähe der Kärtchen verzichten, da der Duft die Orientierung der Nützlinge stören kann. Nachdem die Behandlung abgeschlossen ist und die Motten beseitigt sind, sind Lavendelsäckchen eine hervorragende Ergänzung zur langfristigen Prävention.
Kann ich Schlupfwespen auch im Winter bestellen?
Ja. Die Schlupfwespen werden in ihrem Puppenstadium auf den Kärtchen geliefert. Puppen sind von Natur aus kälteresistent – viele Insekten nutzen dieses Stadium zur Überwinterung. Bei Bedarf werden sie in Kälteschutzverpackungen verschickt. Im warmen Zimmer beginnen die Schlupfwespen dann wie gewohnt zu schlüpfen.
Quellen
[1] Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Trichogramma-Schlupfwespen gegen Schadschmetterlinge
[2] Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (oekolandbau.de): Zwergwespe Trichogramma evanescens – Nützlingsporträt
[3] Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (oekolandbau.de): Mehlmottenschlupfwespe Habrobracon hebetor – Nützlinge im Vorratsschutz
[4] Hortipendium – Gartenbauliches Informationssystem: Trichogramma brassicae – Biologie und Anwendung
[5] Özder, N. & Kılınçer, N. (2010): Comparative biology and life tables of Trichogramma cacoeciae, T. brassicae and T. evanescens. Biocontrol Science and Technology, 20(3), S. 245–267.
[6] re-natur GmbH: Trichogramma Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten – Produktinformationen und Anwendungshinweise
[7] AGROLINE Bioprotect: Schlupfwespen gegen Motten – Ratgeber zur biologischen Mottenbekämpfung



Unterschied der Lebensmittelmotte & der Kleidermotte
Wolle für Allergiker: Welche Wolle Du trotzdem tragen kannst